Abenteuer Süd-Afrika. Teil 4 – The Horse Safari Company

15 Tage, 8 Unterkünfte, 5 Partner-Farmen, 2 Länder: Roadtrip Extreme!
Hier kannst du Teil 1 – Wait A Little, Teil 2 – Moolmanshoek und Teil 3 – Ride & Work Wild Ride lesen.

Kurz bereue ich die Entscheidung, mit dem Bus gefahren zu sein, als ich an meiner Haltestelle aussteige und von meiner Fahrgelegenheit weiter zum Reservat nichts zu sehen ist. Da stehe ich also, an einer Tankstelle mitten in Südafrika und weiß nicht weiter. Rudi, der Mann meiner Gastgeberin, soll mich hier eigentlich abholen. Ich fange schon an mich zu fragen, ob ich an der falschen Haltestelle ausgestiegen bin, als der Anruf kommt: Rudi verspätet sich ein wenig und ich soll einfach warten, wo ich gerade bin. Das beruhigt mich schon ein wenig – ich bin also nicht falsch, nur noch nicht an die Südafrikanische Pünktlichkeit gewöhnt. Zwanzig Minuten später rollt der Pick-up dann auch auf den Parkplatz und ich erkenne das Logo. Die Fahrt zum Reservat dauert noch eine weitere halbe Stunde. Am Tor muss ich erst einmal ein Formular unterschreiben, dass ich weiß worauf ich mich hier einlasse – aber mittlerweile bin ich ja schon fast ein alter Safari-Hase. Im Nkomazi Reservat gibt es Großwild, unter Anderem Löwen, Elefanten und Leoparden. Daher gibt es natürlich auch wieder einige Sicherheitsregeln zu beachten.

The Horse Safary Company ist ein weiteres Ride&Work Programm, bei dem das Reiten größer geschrieben ist, als die Arbeit. Ein Aufenthalt geht normalerweise über zwei Wochen, dabei ist man eine Woche in einem Reservat in der Nähe des Kruger Nationalpraks und eine Woche hier in Nkomazi. Somit kann man während der Reise zwei verschiedene Landschaften und ihre Bewohner kennen lernen. Die Unterkunft erfolgt dabei in einem Haus mit insgesamt 6 Teilnehmerinnen und für die Verpflegung wird selbst gesorgt – Einkaufen im Supermarkt ist natürlich möglich. Auf dem Reservat gibt es auch eine wunderschöne Luxus-Lodge, die wir sehr gerne für euch erschließen würden. Leider hat sich bisher noch keine langfristige Zusammenarbeit mit der Lodge und dem Reitunternehmen ergeben, aber wir bleiben da für euch dran – versprochen!

Ich habe leider nicht so viel Zeit auf meiner Reise und kann hier nur zwei Nächte bleiben. Umso mehr ein Grund, noch einmal mit etwas mehr Zeit im Gepäck wieder zu kommen! Direkt nach meiner Ankunft lerne ich Tamlyn, die Leiterin des Unternehmens, kennen. Sie ist Safariguide mit vollem Herzen und man merkt ihr an, dass sie liebt, was sie macht und lebt, was sie liebt. Zum Reiten ist es für mich leider wieder etwas zu spät, aber ich lerne die anderen Teilnehmerinnen schon einmal kennen. Viele von ihnen waren schon einmal hier – wiederkehrende Gäste sind das größte Testament für ein Unternehmen wie The Horse Safari Company. Wir lassen den Abend mit einem Glas Wein und einem richtigen Braai (südafrikanisches Grillfest) am Lagerfeuer ausklingen und tauschen Geschichten über unsere Erlebnisse und vierbeinigen Freunde zuhause aus. Lange schafft man es aber nie, wach zu bleiben. Wer schon einmal auf Reitsafari war, weiß, dass die Tage früh beginnen und man nach einem erlebnisreichen Tag auf dem Pferderücken auch froh ist, wenn man ins Bett gehen kann. Mir kam das nach meinem anstrengenden Reisetag auch entgegen und ich möchte unbedingt morgen früh fit sein zum Reiten!

Die Pferde leben auch hier in einer großen Herde zusammen. Wir beginnen den Tag, indem wir die Pferde von der Weide holen, putzen und satteln. Der Ritt geht los und ich bin schon ganz gespannt, welche Tiere wir zu Gesicht bekommen werden. Vor wenigen Wochen gab es hier ein großes Feuer. Man sieht (und riecht!) davon noch sehr viel verkohlte Erde, aus der das neue Gras erst wieder zu sprießen beginnt. Tamlyn erzählt mir, dass leider auch einige Wildtiere dem Feuer zum Opfer gefallen sind. Zum Glück sind alle Gebäude verschont geblieben und keine Personen wurden verletzt – ich muss sofort daran denken, dass alle Häuser hier ja mit Schilf gedeckt sind! Das brennt bestimmt wie Zunder.

Tamlyn hört über den Buschfunk (ja, wirklich Buschfunk. Alle Guides und Mitarbeiter des Reservats haben ein Funkgerät dabei, über das sie sich zu den Tiersichtungen austauschen können), dass die Löwen nicht weit von uns gesichtet wurden. Leider halten diese gerade ein Nickerchen in einer Felsformation, an die wir nicht näher herankommen, ohne uns in Gefahr zu begeben. Also reiten wir erst einmal weiter und versuchen, einen anderen Winkel zu bekommen. Dies wird belohnt: zuerst mit der Sichtung einer ganzen Büffelherde und dann (Spoiler) auch mit einem beeindruckenden Löwenmännchen. Die Büffel sind erst einmal ein wenig skeptisch, was wir von ihnen wollen. Und ich muss sagen, so ganz wohl ist mir dabei nicht, die Büffel im Nacken zu haben und den Löwen vor uns. Die Distanzen zu den Tieren sind natürlich alle groß und Tamlyn behält die Situation immer im Auge. Aber ein gewisser Nervenkitzel bleibt bei mir doch bestehen. Wo wir hinschauen, sehen wir auch Gnus und Zebras, die hier in hohen Zahlen leben. Ich bin immer noch ganz fasziniert davon, wie gut die Zebras getarnt sind, obwohl die Farben ja überhaupt nicht im Busch vorkommen. Eine lebendige optische Täuschung – die Natur ist so cool! Nach dem Ritt helfen alle zusammen die Pferde abzuspritzen, die Gebisse zu reinigen und die Pferde wieder auf die Koppel zu entlassen. Auch wir gönnen uns eine Mittagspause, wollen jedoch vorab noch einmal kurz mit dem Jeep raus fahren, um einen besseren Blick auf die Löwen zu bekommen. Mit dem Auto trauen wir uns ein wenig näher heran, und beobachten die Löwen tatsächlich eine Weile beim Faulenzen.

Nachdem ich mir einen kleinen Snack zubereitet habe, nutze ich die Mittagspause wieder für mein Influencer-Dasein und teile meine Erlebnisse direkt einmal online. Die Zeit vergeht so schnell und ich muss mich beeilen um rechtzeitig am Stall zu sein für den nächsten Ritt. Diesmal reiten wir in eine andere Ecke des Reservats, mit Hoffnung auf eine Elefantensichtung. Leider hatten wir kein Glück – die Elefanten sind zu weit in den Bergen. Dafür macht uns Tamlyn aber schnell auf eine Bewegung im Busch aufmerksam. Eine scheue Leopardendame versteckt sich vor uns. Da der Busch aber sehr licht ist, können wir sie trotzdem ein wenig beobachten. Die großen Katzen sind wirklich faszinierend und wunderschön! Die Sonne geht nun langsam unter, deswegen reiten wir weiter und galoppieren dem roten Himmel entgegen. Auf dem Rückweg zur Farm machen wir noch einen kurzen Abstecher am Fluss, wo wir einige Hippos sehen, sowie ein riesiges Krokodil, das sich am Ufer über seine Beute hermacht.

Ein weiterer Abend am Lagerfeuer rundet den Besuch bei The Horse Safariy Company ab. Mein Fazit: ich würde jederzeit wieder kommen, dann aber für einen längeren Aufenthalt!

Hier findest du das Programm auf unserer Website: The Horse Safari Company.
Hinweis aus 2026: das Programm wird es in dieser Form ab nächstem Jahr nicht mehr geben. Ab 2027 werden von Tamlyn „richtige“ Reitsafaris angeboten – einwöchige Aufenthalte mit festem Ablauf, Unterkunft in einer schönen Lodge und Verpflegung inklusive.

Hier findest du den Beitrag zum nächsten (und letzten) Teil meiner Reise: Teil 5 – eSwatini.

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Alexa Kern

Alexa ist für jedes Abenteuer zu haben! Seit 2022 sitzt sie für pferdesafari im Sattel und ihre Reise-Bucketlist erweitert sich stetig. Sie hat bereits eine Zeitlang als Guide auf einem Reiterhof in Schweden gearbeitet und wohnt nun Teilzeit in Irland – an einem Ort hält es sie jedoch nie lange. Ihr liebstes pferdesafari-Erlebnis bisher ist ein schneller Galopp in den Bergen von Montenegro und der coolste Stempel in Ihrem Reisepass ist eSwatini.

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