15 Tage, 8 Unterkünfte, 5 Partner-Farmen, 2 Länder: Roadtrip Extreme!
Hier kannst du Teil 1 – Wait A Little und Teil 2 – Moolmanshoek lesen.
Ein Transfer bringt mich zu Wild Ride Safaris in die Nähe von Middelburg. Dies ist eines unserer Ride&Work Programme, das aber ehrlicherweise mehr aus Freizeit statt Arbeit besteht. Die Chefin Lin begrüßt mich ganz herzlich und zeigt mir meine Unterkunft. Hier gibt es Safarizelte, jedes mit eigenem Badezimmer, das sich in der Regel zwei Personen teilen. Da die Farm gerade aber nicht ausgebucht ist, bekomme ich ein Zelt ganz für mich alleine. Geritten wird hier nur ein mal am Tag, aber Lin sammelt mich trotzdem gleich ein und wir fahren zu den Pferden, die ein wenig abseits von den Unterkünften stehen. Da ich hier nur zwei Nächte verbringe, gibt es keine Zeit zu verlieren und Lin möchte mir alles zeigen.
Die Pferde leben auf einer riesigen Koppel in der Herde, werden aber zum Füttern und zum Satteln in ihre eigenen kleinen Paddocks gebracht. Hier sind einige Mädels gerade fleißig dabei, die Futtereimer einzusammeln und zu waschen. Ich lerne ein paar der Pferde kennen und bekomme eine kleine Einführung in den Tagesablauf, der mich morgen erwartet. Das Abendessen wird von Kevin, Lin’s Mann, gekocht und alle kommen an der großen Tafel zusammen zum Essen. Mit bis zu 18 Gästen plus Guides ist hier immer was los!

Im Foyer des Gemeinschaftsbereichs hängt eine Tafel, auf der die Wocheneinteilung vermerkt ist. 3-4 Teilnehmerinnen sind jeweils morgens und abends zum Füttern eingeteilt, begleitet von einer fest angestellten Mitarbeiterin. Wer nicht zum Füttern am Morgen eingeteilt ist, kann ausschlafen. Das Frühstück bereitet sich jeder selbst aus den bereitgestellten Zutaten zu. Hierbei gibt es alles, was das Herz begehrt: Toast, Aufstriche, Müsli, Eier, Joghurt, Früchte, Haferbrei, und so weiter. Wenn dann die Mädels vom Füttern zurück kommen, geht es an die Pferdeeinteilung. Es werden mehrere Gruppen eingeteilt: je nach dem, wie viele Volunteers gerade da sind, gibt es 2-3 verschiedene Gruppen. Die Pferde werden sorgfältig ausgewählt und dann geht es auch schon los. Bei den Pferden angekommen fängt jede ihr eigenes Pferd ein und bringt es zum Putzen und Satteln in den zugehörigen Paddock. Ich darf Milwaukee reiten, einen stämmigen Appaloosa. In den gepunkteten Po habe ich mich direkt verliebt! Wir reiten eine Strecke, die Lin gerne als ersten Ritt reitet, wenn die neuen Gäste ankommen. Sie gibt einen guten Eindruck von den Fähigkeiten der einzelnen Reiterinnen, denn es gibt Streckenabschnitte bergauf und bergab, sowie lange Geraden für einen ausgiebigen Galopp. Zwischendrin machen wir eine kleine Pause an einem Fluss. Ich sehe ein bisschen von Allem, was das Reservat zu bieten hat. Es ist wirklich riesig und außer Wild Ride gibt es keine anderen Lodges hier. Wir begegnen keinen anderen Reitgruppen, Game Drives oder überhaupt anderen Menschen. Der Ritt führt uns entlang einer Klippe, mit fantastischer Aussicht auf den Fluss und die dahinter liegenden Ebenen. Auf dem Weg begegnen wir auch einigem Wildlife, zum Beispiel einer Herde Säbelantilopen, an die wir richtig nah ran kommen und ein paar richtig schöne Fotos machen können. Großwild gibt es hier nicht, aber dafür viele Antilopenarten, Giraffen, Warzenschweine und auch die eine oder andere Wildkatze, die wir aber nicht zu Gesicht bekommen.
Ziemlich schnell merke ich, dass der Name „Wild Ride“ hier Programm ist. Die Pferde sind alle sehr lauffreudig und als Lin das Signal für einen schnellen Galopp gibt, schießen wir nur so durch die Landschaft. Gerade im letzten Moment schaffe ich es noch, die Kamera rauszuholen und den Ritt mitzufilmen. Außer Staub sieht man aber nicht viel – hätte ich mir auch gleich denken können.
Nach dem Ritt machen wir die Pferde wieder fertig und entlassen sie auf die große Weide. Da hier in der Regel nur einmal am Tag geritten wird, können die Pferde den restlichen Tag genießen. Mir bleibt Zeit für eine schnelle Tasse Kaffee, ein Sandwich und eine kurze Pause, die ich nutze um unsere Instagram- Community auf den neusten Stand zu bringen. Danach sammelt Lin mich schon wider ein – sie möchte mir unbedingt noch ein paar andere Ecken des Reservats zeigen. Damit wir schneller voran kommen, fahren wir mit dem Jeep. Sie zeigt mir einige Strecken, die Gäste normalerweise vom Pferderücken erkunden. Hierbei wechseln sich steile Klippen mit weiten Ebenen ab, es gibt bewaldete Fleckchen und offenes Buschland. In einer Ecke des Reservats kommen wir durch die wildesten Felsformationen hindurch. Vom Pferd aus betrachtet ist diese Landschaft bestimmt noch atemberaubender. Einmal bleiben wir mit dem Auto sogar fast auf den Felsen stecken – selbst Lin ist hier lieber mit vierbeinigem Untersatz unterwegs. Auf dem Weg begegnen uns immer wieder große Herden Gnus, sowie eine Herde Elandantilopen – wir zählen 36 Tiere, ganz schön groß für ein privates Reservat!









Lin erzählt mir noch ein wenig zum regulären Reiseablauf. Normalerweise verbringen die Volontäre ca. zwei Wochen auf der Farm. Dann bleibt natürlich auch Zeit für einige besondere Erlebnisse. Im Sommer steht regelmäßig Schwimmen mit dem Pferden auf dem Programm. Und als letzten Ritt vor der Abreise reitet Lin mit der Gruppe in der Regel zu einer der längsten Galoppstrecken im Reservat. Auf der „Rennstrecke“ dürfen die Reiter und Pferde dann alles rausholen, was in Ihnen steckt, und wie bei Bibi & Tina ein richtiges Wettrennen veranstalten. Ich bin ein bisschen traurig, dass ich das verpasse. Es hört sich auf jeden Fall nach einer Menge Spaß an! Immer wieder stehen auch Zaunkontrollen auf dem Plan. Wie in jedem Reservat gibt es leider Probleme mit Wilderei. Daher werden regelmäßig Ritte entlang der Zäune unternommen, bei den längeren Strecken auch mit Picknick. Ich denke, dass es hier nie langweilig wird. Wenn doch, findet Lin schon eine Aufgabe. Schließlich müssen auch die Sättel regelmäßig geputzt, die Satteldecken gewaschen, oder die Sattelkammer aufgeräumt werden 😉.
Für mich ist der Aufenthalt leider schon vorbei und Kevin bringt mich nach Middelburg, wo ich in einen Bus steige der mich zum nächsten Abenteuer bringt. Ich muss schon sagen, irgendwo im nirgendwo in Südafrika in einem Bus zu sitzen und quer durchs Land zu fahren ist eine ganz neue Erfahrung für mich – die Dimension dieses Landes ist einfach eine andere, als bei uns in Deutschland.
Hier kannst du das Programm buchen: Wild Ride Safaris
Hier findest du den nächsten Teil meiner Reise: Teil 4 – The Horse Safari Company

