Und da war es wieder – dieses Gefühl von absoluter Glückseligkeit und der tiefen Dankbarkeit, auf einer Erde mit solchen wunderbaren Geschöpfen leben zu dürfen. Was erst einmal wie aus einem Sprüche Band abgeschrieben klingt, trifft für mich zu 100% zu, sobald ich Fuß auf den afrikanischen Kontinent setze. Dann werde ich ganz ruhig, der Alltag rückt in meilenweilte Ferne und ich bin einfach nur erfüllt von der unglaublichen Landschaft, den beeindruckenden Tieren und wie die Natur ihren Lauf nimmt. Drei Tage nach meiner Rückkehr aus Simbabwe, weiß ich daher immer noch nicht, was ich als Highlight einer Reise nennen soll – die Elefanten die wir keine 5 Minuten nach Einfahrt in das Wildgebiet gesehen haben, als wir noch nicht mal im Camp angekommen sind? Der Elefant der anstelle des Wasserlochs nebenan, einfach kurzerhand entschieden hat, er möchte bei uns am Pool trinken und somit unfassbar nah kam? Der Elefantenbulle der uns bei der Fußsafari ca. 30m entfernt gegenüberstand? Die Nilpferde, die während unserer Frühstückspause einen echten Catwalk von einem zum anderen Damm hinlegten, so dass wir sie in ganzer Pracht beobachten konnten? Die unglaublichen Galopptouren durch den Busch? Der scheinbar endlose Sternenhimmel mitten in der Wildnis ohne Lichteinfluss? Oder das Handy einfach mal im Flugmodus zu lassen, da es die meiste Zeit sowieso kein Netz und Internet gibt?
Eines wird aus meinem kleinen Einblick schon einmal klar, dieser Ritt war tierisch gesehen voll und ganz den Elefanten gewidmet und wurde von mir daher intern auch scherzhaft in den „Elefanten Ritt“ umbenannt.
Drei Jahre sind seit meiner letzten Afrikareise vergangen. Und es waren drei Jahre Achterbahngefühle, auf Grund des uns allen nur zu gut bekannten Wortes „Corona Pandemie“. Die Jahre waren definitiv nicht einfach, umso größer ist unsere Freude jetzt, dass unsere Partner und wir die Pandemie überstanden haben und es wieder rund geht im Reisegeschäft. Deshalb war auch klar, dass wir selbst wieder losziehen müssen, um tolle Reisen für unsere lieben Kunden auszuspähen. So kam es dann auch, dass ich Ende April nach Simbabwe zu unseren langjährigen Partnern Janine & James Varden fliegen werde. Die Varden’s sind Vollprofis und bieten schon sehr lange Reitsafaris an, so dass sie für unser Team keine neuen Gesichter sind. Aber ihre tolle Hwange Big 5 Safari hatten wir noch nicht persönlich miterlebt, was nun für mich auf dem Plan stand. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich nur erahnen, wie viele Abenteuer mich dort erwarten würden. Simbabwe ist ein afrikanisches Land, das viele Leute überhaupt nicht auf dem Schirm haben. Auch mir hat es vor meiner Zeit bei Pferdesafari nicht viel gesagt, aber seit ich es in unserem Programm entdeckt habe, war es ein insgeheimer Traum von mir, dieses Land einmal kennenzulernen. Und nicht zuletzt eilt James Varden sein Ruf als exzellenter Guide natürlich weit voraus.
Ich konnte es daher kaum abwarten in den Flieger zu steigen und habe vermutlich jeden in meinem Umfeld mit meiner Vorfreude genervt. Und da war der Tag auch schon gekommen und es ging für mich ab in den Zug nach Frankfurt und von dort mit der Ethiopian Airlines über Addis Abeba bis zum Flughafen Victoria Falls (es gibt auch Direktflüge ab Frankfurt). Ausgeschlafen dank einer nicht ganz vollen Maschine und somit dem ersten Mal in meinem Leben, in welchem ich eine ganze Reihe im Flieger für mich ergattern konnte, wartete am Flughafen Vic Falls auch schon der Transfer mit den anderen Teilnehmerinnen Courtney, Robyn und Jess auf mich. Dann hieß es 3 Stunden Transfer, welcher dank aufgeregter Gespräche wie im Flug verging. Kurz vor dem Safaricamp wartete dann auch schon James mit einem offenen Safarijeep auf uns, mit welchen die letzten Kilometer bis zum Camp zurückgelegt wurden.
Und dann konnte ich meinen Augen kaum trauen – keine 5 Minuten gefahren und schon standen die ersten Wildtiere vor uns: Elefanten. Meine absoluten Lieblingstiere in Afrika. Und das sollte nur der Anfang sein. Bei Ankunft im Camp wurden wir schon freudig von Vilma, eine der beiden Back-Up-Reiter/innen, sowie dem Camp Manager begrüßt und ein leckerer Begrüßungsdrink durfte natürlich auch nicht fehlen. Und wie soll es anders sein bei einer Reitsafari – alle konnten es kaum abwarten auf’s Pferd zu steigen, daher hieß es schnell die Zelte beziehen, kurze Einweisung und dann durften wir unsere vierbeinigen Partner für die kommenden Tage kennenlernen. Mein vierbeiniger Freund hieß Mooley und war ein wunderschöner, schwarzer Friese mit super freundlichem Charakter – er ist wirklich ein perfektes Safaripferd und hat mir zu jeder Zeit Sicherheit vermittelt. Die Elefanten haben es sich auch nicht nehmen lassen, uns ein kleines Willkommensgeschenk zu machen, so konnten wir auf dem ersten Ritt schon ganze Herden vor dem Camp beobachten. Dann ging es in die offene Ebene und es folgte eine kleine Trab- & Galopptour um uns mit den Pferden vertraut zu machen. Alle Reiter-Pferd Kombinationen waren happy und somit standen die Gefährten für den mobilen Teil der Safari fest. Die Hwange Big 5 Safari besteht aus 3 Nächten im festen Iganyana Wild Camp, welches vor den Toren des Hwange Nationalparks liegt und sich wunderschön naturbelassen in die Bäume des Gebietes einschmiegt. Sowie aus 4 Nächten in mobilen Camps inmitten des Hwange Nationalparks. Wieder im Camp angekommen, erwartete uns dann ein Sundowner mit unglaublichem Ausblick von der Dachterrasse des Iganyana Wild Camps – der aufkommende Sternenhimmel war unbeschreiblich. Der afrikanische Sternenhimmel ist definitiv immer eines meiner Highlights auf Afrikareisen und von James gab es natürlich noch etwas Sternenkunde mit auf den Weg.





Anschließend wartete eine entspannte Dusche auf uns, bevor es das erste gemeinsame, köstliche Abendessen gab. Glücklich und pappsatt ging es dann zurück in unsere Zelte – immer mit Begleitschutz, welchen wir liebevoll als „Uber“ betitelten, da bei dieser Safari keiner ohne Guide im Dunkeln unterwegs sein darf. Nach einer erholsamen Nacht inklusive Wärmeflasche im Bett, die uns alle die kühlen Nachtstunden versüßte, klingelte der Wecker am Sonntagmorgen dann früh um 6 Uhr.
Es gab ein leckeres kleines Frühstück mit warmem Porridge und Muffins, sowie Kaffee und Tee und dann ging es direkt zum ersten längeren Safariritt am Vormittag los. Und was soll ich sagen – die Elefanten haben sich wieder in aller Pracht gezeigt und zudem konnten wir in der Ferne eine riesige Büffelherde beobachten, welche über Nacht am Camp vorbeigezogen war. Nach diesen tollen Tierbeobachtungen und einigen Trab- & Galopptouren ging es nach ca. 3 Stunden zurück ins Camp, gefolgt von einem frühen Lunch gegen 11 Uhr. In der anschließenden Mittagspause hatten wir dann Zeit zum Entspannen – beispielsweise am Pool in der Hauptlodge die ca. 2min zu Fuß entfernt liegt. Gerade als wir uns auf den Weg dorthin machen wollten, überraschte uns aber eine ganze Elefantenherde direkt vor dem Camp am Wasserloch, welche wir in aller Stille super nah beobachten konnten – es war ein Traum. Und dann wurde das Ganze noch viel außergewöhnlicher. Ich hatte mich im Pool abgekühlt und anschließend noch etwas mit dem Laptop an die Arbeit gesetzt, als ein Elefant Richtung Lodge und Wasserloch gelaufen kam. Ich persönlich finde man kann sich an keinem Wildtier satt sehen, daher setzte ich mich hinter den Pool auf den Boden, um den Elefanten in aller Ruhe zu beobachten. Kurz vor dem Wasserloch, welches einige Meter vor dem Pool lag, entschloss sich der Elefant aber, dass das Poolwasser viel besser aussah und kam den gesamten Weg zum Pool, um sich dort seine Portion Wasser zu holen. Mir stockte der Atem, denn auch wenn ich genügend Abstand und den Pool zwischen dem Elefanten und mir wusste, war dies viel näher, als ich erwartet hatte. Für mich war das ein echtes „Once in a Lifetime“ Erlebnis! Ich wusste allerdings nicht, dass sich das Ganze eine halbe Stunde später gleich nochmal mit einem weiteren Elefanten wiederholen sollte, da die Elefanten das Poolwasser wohl eindeutig dem Wasserloch vorzogen (wichtiger Hinweis – alle Tiere sind wildlebend in freier Wildbahn, somit muss unbedingt immer darauf geachtet werden, rechtzeitig genügend Platz zwischen sich und die Wildtiere zu bringen und das Herankommen der Elefanten an den Pool darf keineswegs als zahmes Verhalten gedeutet werden).
Nach dieser spannenden Mittagspause erwartete uns um 15:30 Uhr schon wieder Kaffee und Kuchen, bevor wir uns um 16 Uhr nochmal für 2 Stunden in den Sattel schwangen. Dieses Mal ritt ich eine feine Stute namens Lilly, welche trotz jungen Alters, schon wie ein echter Safariprofi wirkte. Und wer hätte es gedacht – die Elefanten waren wieder in einer Vielzahl vor dem Camp und bescherten uns ein weiteres tolles Sighting. Und da es an diesem Tag ja noch nicht so viel zu erleben gab, fragte James uns, ob wir nach dem Abendessen noch einen kleinen Night Drive unternehmen möchten. Das haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen und durften auf der abendlichen Jeepsafari neben Elefanten auch noch Paviane und eine süße Ginsterkatze, sowie zahlreiche Springhasen erspähen. Und so ging der erste volle Safaritag zu Ende, welcher sich mit all diesen Erlebnissen schon wie mehrere Tage anfühlte.
Am Montag war dann „Moving Day“ und es ging für uns los in den Hwange Nationalpark. Selbstverständlich achtete James auch heute wieder darauf, dass uns nicht langweilig wird und wir genügend Abwechslung bekommen, daher ging es um 7 Uhr erst einmal noch eine Stunde zu Fuß auf Safari. Die tierischen Bewohner schienen, getreu dem Montagmorgen, noch etwas länger zu schlafen, dennoch waren James Kenntnisse über die Spuren beeindruckend und eine tolle Abwechslung. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann mit einer kurzen Fahrt zum Hwange Main Camp, wo unsere Pferde schon frisch und motiviert auf uns warteten. Und so begann unser Abenteuer inmitten des gut 14.000 Quadratkilometer großen Hwange Nationalparks, welcher über 100 Säugetierarten, darunter auch die gesamte Big 5, beheimatet. Ca. 40.000 – 45.000 Elefanten sind in diesem Nationalpark zu Hause – ihr seht also, wieso ich den Ritt in Elefanten Ritt umbenannt habe. Erst einmal haben sich die Elefanten aber noch bedeckt gehalten, dafür haben wir eine große Gruppe Säbelantilopen gesichtet, wobei es sich um eine besonders schöne Antilopenart handelt. Und eine kleine Mosambik Speikobra hat uns auch noch eine Show bereitet. Mitten im Busch erwartete uns dann ein Lunch-Picknick. Die Pferde bekamen ihre wohlverdiente Mittagspause und nach ca. 2 Stunden ging es für abermals knappe 2 Stunden weiter zum mobilen Camp. Also wir dort gegen 17:30 Uhr eintrafen, staunten wir alle nicht schlecht – geräumige Safarizelte mit außen integriertem Badezimmer inkl. Plumpsklo & Eimerdusche (und ja, das wunderbare Team brachte uns jeden Abend warmes Wasser), ein loderndes Lagerfeuer welches schon zum gemütlichen Zusammensitzen einlud und all die freundlichen Gesichter des gesamten Teams, die uns im mobilen Camp Willkommen hießen. Was unser Koch und sein Team auch hier mitten in der Wildnis wieder an Mahlzeiten für uns zauberten, war beeindruckend – von herrlich selbstgebackenem Brot, über Pasta und Schnitzel bis hin zu Desserts, die das Herz aufgehen ließen, hat es uns wirklich an nichts gefehlt.










Die kommenden Tage im mobilen Camp hatten dann alle einen ähnlichen Rhythmus und doch war kein Tag wie der andere. Immer gleichbleibend war, dass es absolut kein Handynetz gab und die Telefone daher getrost mal ein paar Tage im Flugmodus bleiben konnten. Und dass wir wirklich mit mehr als genug köstlichem Essen versorgt wurden – keine 3 Stunden vergingen ohne etwas zu Essen. Zwei Nächte verbrachten wir im ersten Camp. Am Dienstag unternahmen wir nur am Vormittag einen längeren Safariritt vom Camp aus, auf welchem wir einige Gnus, Zebras, Impalas und einzelne Giraffen von Weitem sehen konnten. Und genau genommen haben wir auch fast unsere dritten Mitglieder der Big 5, neben den Elefanten und Büffeln, gesehen oder vielleicht besser gehört. Eine Löwin mit ihren Jungen, welche mit einem lauten Fauchen die Flucht ergriff, als sie uns hörte. Wir konnten nur noch ihre Silhouetten davonspringen sehen – die Suche und das laute Fauchen hatten aber für genügend Adrenalin gesorgt! Am Nachmittag hatten die Pferde dann eine wohlverdiente Pause und wir unternahmen eine Jeepsafari zum gleichen Wasserloch wie am Vormittag, da wir nochmal unser Glück versuchen wollten, die Löwen zu finden. Diese hatten aber anscheinend bessere Pläne – so läuft das eben im wilden Afrika: manchmal hat man Glück, manchmal nicht.
Am Mittwoch war dann wieder „Moving Day“ und wir brachen erneut mit unseren Pferden zu einem längeren Ritt ins neue Camp auf, in welchem wir auch noch zwei Nächte verbrachten. Dafür wurde das mobile Camp vom fleißigen Team einmal komplett ab- und wieder aufgebaut an nur einem Tag – eine beeindruckende Leistung, die das gesamte Team dort abliefert. Wir hatten einen schönen Ritt am Vormittag, gefolgt von einer langen Mittagspause in welcher die Pferde sichtlich Spaß bei einem schönen Bad im Damm mit anschließendem Panieren im Sand hatten. Das zweite Camp entpuppte sich dann als das nächste wahre Elefantenparadies nach dem Camp Iganyana – als wir am Donnerstagmorgen aufwachten, waren wir geradezu umzingelt von den sanften Riesen mit vielen Jungtieren und Babys. So wurde unsere geplante 4 Kilometer Fußsafari dann „nur“ eine Fußsafari um das Camp herum, welche dennoch für einen hohen Herzschlag sorgte – ein Elefantenbulle nur ca. 30m zu Fuß entfernt zu sehen ist wirklich etwas sehr Beindruckendes! Um unser eigentliches Ziel zu erreichen, wählten wir aus Sicherheitsgründen dann aber doch den Jeep. Und an diesem Wasserloch durften wir dann eine echte Elefantenwanderung verschiedener Familienherden beobachten, die aus allen Richtungen zum Wasserloch strömten. Nicht minder eindrucksvoll waren allerdings die Nilpferde, welche sich uns sogar außerhalb des Damms präsentierten und während unserer Frühstückspause von einem Damm zum anderen spazierten. Am Nachmittag ging es dann für einen kurzen Ritt wieder in den Sattel und wir passierten erst einmal in aller Ruhe alle Elefantenherden, bevor es dann etwas schneller wurde und wir noch ein paar Sprünge in der Abendsonne absolvierten.

Und so schnell war dann auch schon wieder Freitag und Moving Day, welcher nochmal einen wunderschönen letzten Ritt für uns bereit hielt. Eine perfekte Mischung aus sehr nahen Elefanten- und Zebra Sightings, gemischt mit spannenden Durchquerungen der dichten Buschlandschaft immer auf der Hut vor weiteren Elefanten. Aber auch ausgiebigen Trab- und vor allem Galopptouren durch dichten Busch oder über offene Ebenen. Die Pferde wurden dann mit dem Transporter wieder zurück zum Hauptcamp gefahren, zu welchem auch wir nach einem leckeren letzten Busch-Lunch-Picknick aufbrachen.
Der Freitagmittag stand dann im Zeichen der Entspannung, nach den vollen letzten Safaritagen mit Eindrücken, die mir vorkamen als ob ich 3 Wochen vor Ort war. Und wir ließen diese wundervolle Safariwoche mit einem letzten gemeinsamen Sundowner und Abendessen in herrlich ausgelassener Stimmung und einer Geburtstagstorte inkl. afrikanischem Gesang vom gesamten Team für Courtney ausklingen. Und da unsere Themenwoche ja „Elefanten“ war, gaben diese in der letzten Nacht nochmal alles und erfreuten uns gemeinsam mit den Hyänen mit viele Lauten zum Einschlafen. Und besuchten uns auch direkt im Camp (ein Elefant fraß gemütlich 2 Stunden lang einige Meter von meinem Zelt entfernt). Besser als mit diesen typischen Geräuschen der Wildnis einzuschlafen kann eine Safariwoche wirklich nicht enden.
Zurück in Deutschland kann ich immer noch nicht ganz fassen, was ich da in nur einer Woche bei Janine & James erleben durfte. Auch wenn die Anzahl an Elefanten sehr außergewöhnlich war, ist diese Safari auch ohne diese hohe Anzahl an Elefanten, eine ganz wunderbare Wahl für alle erfahrenen Reiter, die eine spannende, abwechslungsreiche Reitsafari mit einem extrem erfahrenen und passionierten Guide erleben möchten!
Nachtrag aus 2026: dieser Ritt wird leider aktuell von Varden Safaris nicht mehr angeboten.

