Ride & Work Ants Bush Homes

von Sabrina

Ich bin Sabrina, 22 Jahre alt, habe im Sommer 2022 mein Bachelorstudium beendet und nach 12 Jahren Schulbankdrücken, 4 Jahren Hörsaallauschen und etlichen Corona-Lockdowns entschlossen, mich in die große, weite Welt aufzumachen… Natürlich bin ich mit dieser Idee nicht die Einzige unserer Generation. Viele meiner Freunde sind ebenso ins Auslandssemester gegangen, starten einen Roadtrip mit dem Camper oder machen das traditionelle Backpacking.
Warum also nicht etwas völlig anderes machen, was sonst niemand in deinem Bekanntenkreis macht? Was gäbe es für einen Pferdeliebhaber Schöneres als ein Land auf dem Rücken eines Pferdes kennenzulernen?
Also entschloss ich mich für 3 Monate nach Südafrika zu gehen und bei Ants zu arbeiten.

Mein Tag in Südafrika fing immer recht früh an, nämlich um halb 7. Dann ging es direkt in den Stall. Auf dem Weg von meinem Haus zum Stall ist man schon den meisten Pferden begegnet, die darauf gewartet haben, reingelassen zu werden. Die Pferde leben nachts und tagsüber alle frei im Reservat und sind nur zum Füttern, Satteln, Pflegen etc. im Stall. Während wir alle 38 Pferde in die Ställe verteilt haben, wurde vom restlichen Team schon das Futter zubereitet. Während die Pferde fressen, werden Temperaturen genommen, die Pferde für die Ritte eingeteilt und gesattelt. Sind alle Pferde für den morgendlichen Ritt vorbereitet, sind noch die „eigenen“ Pferde zu versorgen. Ich hatte 5 Pferde, die alle von mir versorgt werden mussten.

Das bedeutet putzen, Zecken entfernen, Verletzungen behandeln und was das Pferd sonst noch so braucht. Wir hatten hierfür ca. 1 bis 2 Stunden Zeit, was für mich persönlich immer die morgendliche Rushhour war. Danach ist man entweder auf dem Ritt gewesen oder im Stall verblieben. Ist man zum Ritt eingeteilt, hat man diesen immer als Backup-Guide begleitet. Das bedeutet, man hat die Gruppe im Blick, hilft den Gästen mit ihren Pferden und unterhält die Gäste, sodass der Ritt niemals langweilig wird.

Verbleibt man im Stall, so müssen natürlich auch Arbeiten gemacht werden, die nicht so spaßig sind, wie zum Beispiel Heunetze stopfen, fegen, Sattelzeug putzen etc. Da aber immer nette und lustige Leute im Stall waren, war das nur halb so schlimm. Von tiefsinnigen Gesprächen bis hin zu kompletten „no sense Unterhaltungen“ hat man hier alles erlebt. Gegen Ende meines Aufenthaltes wurden sogar Podcasts für Spotify zu verschiedenen Themen about life, the bush and south africa gedreht. Gegen Mitte/Ende meines Aufenthaltes durfte ich dann viel dabei helfen, die Pferde zu trainieren. Das bedeutet entweder Pferde, die krank waren, anzutrainieren oder neue bzw. schwierige Pferde so zu trainieren, dass sie für die Gäste „bereitbar“ sind. Dafür haben wir entweder in der Arena longiert, sind dort geritten oder haben zusammen exercise rides gemacht. Zu sehen, wie die Pferde sich hier verbessern und irgendwann von den Gästen geritten werden konnten, war, um ehrlich zu sein, eine der schönsten Erfahrungen.

Nach dem Mittagessen und einer langen Mittagspause, fing die Arbeit wieder um 2 Uhr an. Der Ablauf war derselbe wie morgens. Wenn man Glück hatte, standen die Pferde schon vor dem Stall und warteten. Da diese im Sommer allerdings lieber im Reservat grasen, mussten wir sehr oft mit dem Auto los und die Pferde in den Stall treiben. An der Stelle sei angemerkt, dass die Guides nicht nur einzigartig sind, um auf den Ritten wilde Tiere im Reservat zu finden. Anhand lediglich der Spuren im Sand, können sie sehen, wann die Pferde wo waren, was sie gemacht haben und in welche Richtung sie sich bewegen. So konnten sie dann wieder gefunden werden, auch wenn sie kilometerweit entfernt waren.

War man morgens im Stall, dann ist man dafür nachmittags auf dem Ritt eingeteilt gewesen. Dieser endete immer am Sundowner, also ein Spot, an dem man den Sonnenuntergang gemütlich mit einem Drink in der Hand und guten Gesprächen mit den Gästen verbringt. Es war immer sehr amüsant, das Erstaunen der neuen Gäste zu sehen, wenn wir am Sundowner ankamen, absattelten und die Pferde in die Freiheit ziehen ließen.

An manchen Tagen war man dann noch zum „hosten“ eingeteilt. Das bedeutet beim Lunch und Dinner zu bedienen. Auf der einen Seite hatte man weniger Mittagspause und einen langen Abend, auf der anderen Seite hat man hier nicht nur ein 3 Gänge Menü zum Abendessen bekommen, sondern hatte auch die Chance so viele unterschiedliche Menschen und deren Erlebnisse kennenzulernen.

Auch wenn die meiste Zeit des Tages mit oder auf dem Pferd verbracht wird, ist das nicht alles was hier geboten wird. Game drives, walks, night drives, town trips oder schwimmen gehörten ebenso wie die ein oder andere Party oder Feierabenddrink zu den Aktivitäten.
Eine der häufigsten Fragen, die mir nach meinem Aufenthalt gestellt wurde, war natürlich, welches das schönste Erlebnis war. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, könnte ich hier ein ganzes Buch schreiben. Zwei Erlebnisse gibt es allerdings, welche ich an der Stelle kurz erzählen möchte.
Sicher einer der schönsten Momente war ein Morgenritt, bei dem ich mit 2 Gästen, welche sehr gute Reiter waren, und unserem Chef Ant unterwegs war. Ritte mit Ant gelten generell als „schnell und erlebnisreich“ würde ich sagen. Nach einigen schnelleren Galoppaden, erreichten wir eine weitere Galoppstrecke. Kerzengerader Weg, guter Boden. Nicht nur jeder gute Reiter, sondern auch die Pferde wussten, was das bedeutet. Wir galoppierten recht schnell, links und rechts von uns war offenes Gelände und wir sahen, wie eine Herde Giraffen anfing neben uns zu galoppieren. Und so konnten wir Seite an Seite ein ganzes Stück mit diesen riesigen und doch so eleganten Tieren durch den Busch reiten.

Ein weiteres unvergessliches Erlebnis waren die „Captures“. Um das kurz zu erklären, hier werden Tiere aus dem Reservat mithilfe der Pferde eingefangen, um sie in andere Reservate zu versetzen oder medizinisch zu versorgen. Das Schöne an den Captures war, dass fast alle der Guides geritten sind. Während den normalen Ritten hat man nie die Gelegenheit zusammen zu reiten, weshalb das dann immer etwas Besonderes war. Ich
würde schätzen, dass an großen Captures, an denen auch gute Reiter der Gäste mitreiten durften, ca. 40 Reiter beteiligt waren. Man musste hierbei wirklich als Team arbeiten, um das Tier zu fangen. Jeder hatte seine eigene Position und sobald auf dem Radio das Signal gegeben wurde, dass auf das Tier zugegangen wird, war eigentlich das Ziel so schnell wie möglich dorthin zu galoppieren, was natürlich einen ordentlichen Adrenalinschub gab. Dort angekommen sah man, wie aus allen Richtungen die Reiter angaloppiert kamen. Rückblickend gesehen, habe ich hier sicherlich die schnellsten Galoppaden erlebt und auf dem Weg zur Capture mit den anderen Guides die ein oder andere lustige Geschichte erlebt, die an dieser Stelle lieber nur in meiner Erinnerung bleiben sollte.

Abschließend kann ich sagen, dass ich ein einzigartiges Erlebnis hatte. Ich bin zwar nicht so viel herumgekommen im Land, habe aber das Gefühl trotzdem so viel aus Südafrika kennengelernt zu haben, in dem ich dort gelebt habe und wirklich Teil des Teams war. Ich habe so viele nette Leute kennengelernt und durfte so viele unterschiedliche Erfahrungen sammeln! Vor meiner Reise habe ich mich von pferdesafari.de super betreut und unterstützt gefühlt und auch vor Ort war das ganze Team super nett und hat mir einen wirklich schönen Aufenthalt bereitet.
I’m looking forward to come back.

Hier findest du den Ritt auf unserer Website: Ride&Work Ant’s Bush Homes.

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