Ein Besuch von Irlands Hauptstadt Dublin ist vor oder nach einem Reiturlaub auf der Grünen Insel fast schon Pflicht – es bietet sich natürlich schon alleine dadurch an, dass fast alle Flüge dort landen und abfliegen.
Die lebendige Stadt hat mich schon vor vielen Jahren in ihren Bann gezogen und sozusagen süchtig gemacht, sodass ich auch schon einige Zeit dort gelebt und eine zweite Heimat gefunden habe. Nur damit später niemand sagen kann, ich hätte euch nicht über das Suchtpotenzial gewarnt 😉.
Grundsätzlich ist Dublin eine schöne Stadt, um sich einfach treiben zu lassen. Innerhalb der City erreicht man alles fußläufig und ist damit sogar meistens schneller als der Bus. Tagsüber lohnt es sich, durch die Einkaufsstraßen zu schlendern – die berühmte „Grafton Street“ im Süden und die „Henry Street“ im Norden. Hier kann man nicht nur einkaufen, sondern auch Straßenkünstlern lauschen. Auch an Sonntagen haben die Geschäfte geöffnet. Es gibt einige Shopping Center, die einen Besuch wert sind. Besonders schön ist das Stephens Green Shopping Center und die Georges Street Arcade, beide in der Südstadt gelegen. Insbesondere Rund um die Georges Street gibt es einige schöne Gassen mit kleinen Läden voller Kunst und Kleinkram. Das Viertel gehört neben Temple Bar auch zu den etwas alternativen Gegenden. Wer nicht shoppen will, sollte sich die einzigartige Architektur trotzdem nicht entgehen lassen.
Wer an Kunst oder Geschichte interessiert ist, kommt in Dublin auch auf seine Kosten. Die staatlichen Museen sind alle kostenlos. Mein Tipp – wenn es bei der Städtetour zu einem plötzlichen Regenschauer kommt, flüchtet man sich einfach in das nächste Museum und vertreibt sich hier die Zeit. Besonders schön finde ich die Ausstellungen in der National Gallery of Ireland (Kunst) und im National Museum of Ireland (Kultur und Geschichte). Die vielen Parks und Gärten laden bei schönem Wetter zum verweilen ein. Stephen’s Green im Stadtzentrum, der riesige Phoenix Park mit dem zahmen Rehwild, oder Bushy Park und Herbert Park in denen im Sommer regelmäßig ein Streetfood-Markt stattfindet.



Am Nachmittag/Abend zieht es die Menschen dann in die zahlreichen Pubs. Die Kultur unterscheidet sich hier sehr von Deutschland: es gibt kein „zu voll“, man rutscht einfach näher zusammen! So lernt man immer nette Menschen kennen, denn die Iren sind sehr offen und unterhalten sich gerne mit Fremden. Oft gibt es auch Live Musik – in den Pubs im Stadtzentrum spielen professionelle Musiker eine Mischung aus Pop und traditionellen Irischen Liedern. Die Stimmung ist immer gut, es darf getanzt und mitgesungen werden. Außerhalb des Stadtzentrums kann man mit etwas Glück auch Zeuge einer „Trad-Session“ werden, bei der die Locals ihre Instrumente auspacken und gemeinsam musizieren.
Wenn es die Zeit hergibt, lohnt sich auch ein Ausflug aus der Stadt hinaus. Mit der DART (Nahverkehrszüge, bei denen man sich kaum verfahren kann. Es gibt nämlich nur „nach Norden“ und „nach Süden“) gibt es schöne Ausflugsziele innerhalb einer halben Stunde Fahrt: im Norden die Halbinsel „Howth“ mit dem schönen Hafen und einem Rundwanderweg entlang der Klippen. Hier gibt es leckere Fish&Chips – erkennbar an der langen Schlange vor dem Imbiss. Beim Essen am Hafen muss man aber vorsichtig sein, denn die Möwen sind immer hungrig und klauen die Pommes zur Not auch direkt aus der Hand. Wer mutig ist, kann auch den geheimen Strand suchen und ins kalte Wasser springen. Wo der ist, verrate ich euch aber nicht 😉.
Richtung Süden gibt es entlang der DART-Linie einige schöne Städtchen: Dun Laoghaire (man spricht es „dan lierie“ aus), Dalkey, Bray und Greystones – alle mit ihrem ganz eigenen Charme. Ein Tagesausflug in die Wicklow Mountains (Glendalough) lohnt sich für alle, die mehr Zeit im Gepäck haben. Tickets dafür gibt es in der Touristeninfo. Die Tour geht meistens sehr früh am Morgen los und man kommt erst am späten Abend wieder zurück zur Stadt.


In Dublin wird es wirklich nie langweilig und es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Wichtig ist nur, dass man offen ist sich auf das Treiben in der Stadt einzulassen. Schnell wird man dann auch von den Locals mitgerissen und kommt garantiert mit jeder Menge lustiger Anekdoten aus dem Urlaub zurück.
Quick Tips
- Das Guinness ist außerhalb des Touristen-Viertels „Temple Bar“ viel günstiger und schmeckt besser. Es reicht schon, einmal die Straßenseite zu wechseln und in die Dame Lane zu schauen. Hier trinken die Locals ihr Feierabendbier z.B. im „Stag’s Head“ oder der „Dame Tavern“.
- Wer mit dem Bus fahren will, braucht viel Kleingeld – die Fahrkarten können nur Bar beim Fahrer gekauft werden und Rückgeld gibt’s keins. Wer mit den Öffentlichen fahren will, kauft sich daher am besten eine „Visitor Leap Card“, die gibt es in vielen Läden an der Kasse (z.B. bei Spar) und gilt für beliebig viele Fahrten in Bus, Straßenbahn und Zug wahlweise für 1,3, oder 7 Tage. Dann muss man die Karte im Bus oder in der Bahn nur an den Transponder halten und schon ist man „eingecheckt“. Mehr Infos gibt’s online unter: https://about.leapcard.ie/leap-visitor-card/gastekarte-leap-visitor-card-deutsch
- Staatliche Museen sind kostenlos und eignen sich super, um Regenschauer zu überbrücken
- Hotelübernachtungen sollte man so früh wie möglich buchen. Übernachten in Dublin ist sehr teuer.
- Leitungswasser gibt es fast überall Gratis. Einfach nach „Tap Water“ fragen. Manchmal stehen auch Karaffen und Gläser zur Selbstbedienung im Restaurant.
- Der Flughafen ist ziemlich weit außerhalb der Stadt, aber es fahren regelmäßig Busse ins Stadtzentrum. Tickets kann man online oder vor Ort kaufen z.B. über Dublin Express (https://www.dublinexpress.ie/) oder Aircoach (https://www.aircoach.ie/)
- Es gibt täglich mehrere kostenlose Stadtführungen, erkennbar am gelben Regenschirm: https://dublinfreewalkingtour.ie/ Die Guides beantworten jede Frage und haben ein enormes Wissen über die Geschichte der Stadt.

