FEI World Championships Aachen 2026

Wenn wir Pferdemädchen die Koffer packen, kann das eigentlich nur zwei Dinge bedeuten: A) wir testen wieder einen unserer tollen Ritte oder B) wir fahren nach Aachen. Dieses Jahr steht sogar etwas ganz besonderes an: die FEI World Championships! Natürlich lassen wir uns es nicht nehmen, dabei zu sein. Neben der Weltmeisterschaft feiern wir von pferdesafari noch ein weiteres Jubiläum: unseren 20. Geburtstag! Tatsächlich waren wir vor 20 Jahren auch auf der Weltmeisterschaft 2006 in Aachen dabei – und seitdem fühlt es sich jedes Jahr an, als würden wir nach Hause kommen.

Die Wochen vor dem Turnier sind für uns bereits sehr intensiv: wir legen fest, welche Reiseberichte es in das diesjährige Magazin schaffen, schreiben Artikel und bringen das fertige Magazin schließlich in den Druck. Wir designen Flyer, planen die Standgestaltung und überlegen uns Aktionen und Goodies, mit denen wir den interessierten Turnierbesuchern eine Freude machen können. Je näher das Turnier rückt, desto größer wird die Vorfreude – aber auch die Anspannung: haben wir an alles gedacht?

Wie jedes Jahr freuen wir uns, dass auch die pferdesafari-Teilhaber und „Wait A Little„-Besitzer Gerti und Philip nach Deutschland reisen, um uns zu unterstützen, sowie alte und neue Kunden zu treffen. Die Messe ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei der wir als Team alle zusammen kommen. Die Zeit nutzen wir auch gerne, um neue Ideen auszubrüten und über die alten Zeiten zu reflektieren. In diesem Jahr bekommen wir außerdem noch weiteren Besuch aus Afrika: die Stallmanagerin Luzie von Ride Botswana ist zu Besuch und beantwortet alle Fragen zu den Safaris im Okavango Delta. Diese Farm sponsort auch unser diesjähriges Gewinnspiel: es gibt eine 8-tägige Reitsafari zu gewinnen!

Aber noch einmal zurück zum Anfang. Bevor es richtig losgehen kann, müssen noch ein paar organisatorische Dinge erledigt werden. In unseren gemieteten Sprinter werden alle Einzelteile verladen und dann machen sich Gerti und Philip schon einmal auf den Weg von Reutlingen aus Richtung Nordwesten. Die beiden kümmern sich um den Aufbau. Ab dem offiziellen Eröffnungstag am 11. August sind dann auch noch Katha und Alexa vom Team zur Stelle.

Wie es sich gehört, wenn man mit der Bahn reist, komme ich direkt mit einer ordentlichen Verspätung in Aachen an. Somit ist das Turnier schon in vollem Gange und als ich an unserem Stand zu den anderen stoße, gibt es direkt viel zu tun. Der Besucherstrom hört nicht auf uns wir freuen uns über das Interesse an unseren Reisen! Neben den Beratungsgesprächen mit Neukunden kommen auch immer wieder bekannte Gesichter zu uns. Es ist immer wieder schön, bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein über die Erinnerungen der letzten Reise zu sprechen und die nächste zu planen!

Und wisst ihr, was auch schön ist? Dass man in der Aachener Soers so wunderbar shoppen gehen kann. Ich halte es keine zwei Stunden aus, bevor ich zum gegenüberliegenden Stand gehe und eine Hose anprobiere, auf der schon mein Name stand als ich sie auf der Schaufensterpuppe gesehen habe. Aber wer kann bei den tollen Angeboten schon widerstehen? Von der Eröffnungsfeier und dem Programm sehen wir in den ersten Tagen fast nichts – die Tage gehen rasend schnell vorbei und in den Pausen zwischendrin versuchen wir uns irgendwie abzukühlen. Bei über 30°C überlegt man sich schon einmal, ob man sich kurz in den Wassergraben im Hauptstadion legen könnte…

Für Freitag haben wir wieder einen Ehrengast eingeladen: Ingrid Klimke kommt an unseren Stand zu einer Autogrammstunde. Diese mussten wir vorab bereits offiziell bei den Veranstaltern anmelden und bekommen Sicherheitspersonal gestellt – es gibt einen riesigen Andrang. Die ersten Fans warten schon eine dreiviertel Stunde vorab. Ingrid nimmt sich für alle Fans kurz Zeit für ein kurzes Gespräch und natürlich auch ein Foto. Auch ich stehe mit der Kamera bereit und knipse fleißig, um den Moment festzuhalten. Danach gibt es noch ein weiteres Highlight. Wir dürfen die Geländestrecke zusammen mit Ingrid Klimke begehen und sie gibt uns spannende Einblicke hinter die Kulissen. So erfahren wir, an welchen Hindernissen besondere Vorsicht geboten ist, wo es morgen im Gelände spannend werden könnte und wie sie die verschiedenen Hindernisse anreiten würde.

Zwischendurch ist Philip mal für eine Weile verschwunden – er geht „Angeln“. In Aachen gibt es einen Fischhändler, auf den er sich jedes Jahr unfassbar freut. Wenn man in Südafrika lebt, ist es nämlich gar nicht so einfach, an frischen Fisch zu kommen. Daher kocht er für uns jedes Jahr die traditionelle Bouillabaisse. So lassen wir dann die erste Woche ausklingen und bereiten uns gleichzeitig auf das Vielseitigkeits-Wochenende vor, an dem viele Besucher erwartet werden.

Der Gelände-Samstag ist unser Lieblingstag! Es ist viel los, aber da sich der Besucherstrom nicht nur auf das Village, sondern auch die Geländestrecke verteilt, können wir zwischendurch auch immer mal gucken gehen. Oder, was manche von uns bevorzugen: wir schauen den Livestream bei uns am Stand. So können wir bei den Ritten von „unserem“ Team von Anfang bis Ende Mitfiebern. In der Vielseitigkeit bleibt es wirklich immer spannend bis ganz zum Schluss! Am Ende des Wochenendes freuen wir uns mit Michael Jung über das Einzelgold und mit dem ganzen Team über die Silbermedaille!

Am „Soerser-Montag“, dem Tag der offenen Tür, wissen wir gar nicht so recht was uns erwartet. An diesem Tag finden keine Prüfungen statt, aber es gibt freien Eintritt auf das Gelände und zum Village. Wir sind positiv überrascht, wie viele Menschen trotz des schlechter werdenden Wetters kommen. Vor der Weltmeisterschaft haben wir uns noch darüber unterhalten, wie wohl das Wetter wird. Patricia und ich waren uns dabei nicht ganz einig: immer wenn ich in Aachen bin, gibt es strahlenden Sonnenschein und es ist eher zu warm als zu kalt. Patricia behauptet jedoch das Gegenteil: immer wenn sie in Aachen ist, ist es kalt und regnerisch. Die Prognose stimmt auch in diesem Jahr – Patricia wird mich ab morgen, pünktlich zum Wetterumschwung, ablösen.

Unter der Woche ist der Andrang nicht ganz so groß. Da die stark besuchten Prüfungen erst wieder am Wochenende anstehen, gibt es nicht so viel zu tun und wir können uns für die Kundengespräche richtig viel Zeit nehmen. Erst am Wochenende ist unser Team dann wieder komplett. Um am letzten Tag und beim Abbau zu unterstützen, fahre ich noch einmal nach Aachen. An unserem Stand läuft wieder der Livestream, aber da dieser immer um einige Sekunden verzögert ist, werden wir meistens schon vom kollektiven „ohh“ oder dem Gejubel auf der Tribüne gespoilert, wie der aktuelle Ritt ausgeht. Eine weitere deutsche Goldmedaille ist bereits sicher, auch wenn es mit dem Einzeltreppchen nicht geklappt hat.

Ich nutze den letzten Tag noch einmal für meine Lieblingsbeschäftigung: Shopping! Gleich am Anfang der WM habe ich mich in das perfekte Safari-Oberteil verliebt. Mein Plan ist folgendermaßen: wenn es heute noch meine Größe gibt, nehme ich es mit! Falls es meine Größe nicht mehr gibt, ist das ebenfalls Schicksal. Und – was sagt ihr? Sollten wir das Shirt in unsere pferdesafari-Kollektion mit aufnehmen?

Der Abbau am Montag ist dank vieler helfender Hände schnell erledigt und schon sind wir wieder auf der Straße Richtung Süden. Die zwei Wochen waren voller toller Gespräche, neuen Interessenten und altbekannten Gesichtern. Jetzt fängt der Alltag für uns wieder an – zumindest bis zum nächsten Kofferpacken.

Doch nicht nur für uns war die WM erfolgreich. Auch die Deutschen Starter haben richtig abgesahnt: 7 x Gold, 5x Silber und 8x Bronze! An dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch an alle Sportler und Sportlerinnen und die vierbeinigen Teammitglieder!

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Alexa Kern

Alexa ist für jedes Abenteuer zu haben! Seit 2022 sitzt sie für pferdesafari im Sattel und ihre Reise-Bucketlist erweitert sich stetig. Sie hat bereits eine Zeitlang als Guide auf einem Reiterhof in Schweden gearbeitet und wohnt nun Teilzeit in Irland – an einem Ort hält es sie jedoch nie lange.

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